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Samstag, 22. Februar 2014

Grünkohl mal anders

Dorothée feiert den dritten Geburtstag ihres Blogs Bushcooks Kitchen mit einem fulminanten Blogevent und wünscht sich dafür Rezepte zum Thema Winter-Soulfood. Nun das kann sie haben...

Mir als waschechte Bremer-Dern, fällt zu diesem Thema sofort eins ein: Grünkohl, in Bremen Braunkohl genannt! Nun ist aber die klassische Zubereitung sehr deftig und mit Kassler, Kochwurst und Pinkel nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter. Und da Dorothée auch gerne noch einen Hauch von Frühling dabei hätte, wollte ich den Grünkohl gerne mal etwas anders präsentieren, nämlich in:

Grünkohl-Ravioli

Da traf es sich doch wunderbar dass von meinem letzten Menü noch ein Rest Grünkohl in  meinem Kühlschrank schlummerte.

Also schnell den Nudelteig zubereiten! Dafür 125g Weizenmehl, 25g Hartweizengrieß, ein Ei, zwei Eigelb und einen EL Olivenöl zu einem geschmeidigen Teig verkneten, in Folie wickeln und eine Stunde bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Grünkohl, es waren ungefähr drei guten Hände voll, von den Strünken zupfen, die dicken Blattrippen entfernen, sehr gründlich waschen und verlesen, kurz in Salzwasser blanchieren und anschließend mittelfein hacken. Eine Schalotte in feine Würfel schneiden und in einem EL Salzbutter anschwitzen. Den Grünkohl dazugeben und mitrösten bis er etwas weicher ist. Mit einem guten Schuss Sahne ablöschen und cremig einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer, einer Prise Zucker und ganz wenig Muskatnuss kräftig abschmecken und ganz abkühlen lassen.

Den Nudelteig mit der Nudelmaschine schön dünn ausrollen, mit dem Grünkohl füllen und Ravioli ausstechen. Ich mach das schon lange mit einem Raviolibrett, aber es geht auch gut ohne. Die Ravioli lege ich immer auf etwas Hartweizengrieß, damit sie nicht ankleben. Nun kann man sie entweder direkt kochen oder auch sehr gut einfrieren. Dazu lege ich sie einzeln nebeneinander auf ein Blech und friere sie so ein. Wenn sie gefroren sind kann man sie wunderbar in Gefriertüten umpacken. Wenn man die Ravioli genießen möchte, einfach gefroren in kochendes Salzwasser geben und ca. 4 min. köcheln lassen. 


Nun sind die Ravioli irgendwie ja erst die halbe Miete und brauchen dringend noch einen starken Partner an ihrer Seite.

Für Fisch bin ich immer zu haben und da fällt im Februar meine Wahl natürlich auf den wunderbaren Skrei! Dazu nun noch ein Sößchen mit ein bisschen Bumms, das verträgt der Grünkohl nämlich ausgezeichnet, und fertig ist das Gericht:

Grünkohlravioli mit Skreifilet, Chorizoschaum und gebratener Chorizo

Für den Chorizoschaum habe ich ca. 50g Chorizo gewürfelt und in einem Tl Olivenöl ausgelassen, mit 250ml Fischfond aufgegossen, etwas einreduziert und mindestens 30 min ziehen lassen. Bei mir stand es einen halben Tag... Anschließend die Chorizowürfel abseihen, den Fond wieder erhitzen, mit ca. 100ml Sahne auffüllen und einreduzieren. Mit etwas Salz, Pfeffer und einem Hauch scharfen, geräucherten Paprikapulver abschmecken. Einen knappen TL Lezithin einrühren und mit dem Pürierstab kräftig aufschäumen.


Die Kombination hat uns sehr gut gefallen. Die leicht herbe Grünkohlfüllung verträgt sich wirklich gut mit dem leicht scharf-würzigen Schaum und dem buttrigen Fisch. Die gebratenen Chorizowürfel rundeten das Ganze wunderbar ab.

Nun hoffe ich Dorothée ist mit mir zufrieden...
3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood